Drink Spiking, also die heimliche Verabreichung psychoaktiver Substanzen zu kriminellen Zwecken, ist in Frankreich eine besorgniserregende Realität. Aktuelle Daten der französischen Arzneimittelbehörde ANSM verdeutlichen das zunehmende Ausmaß dieses Phänomens.
Steigende Zahlen
Laut der nationalen Untersuchung für 2022 wurden dem Expertenzentrum 2.197 Meldungen übermittelt. Nach der Auswertung wurden 1.229 Fälle substanzbegünstigter Übergriffe (AFS) berücksichtigt, was einem Anstieg von 69,1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. ANSM
Am häufigsten beteiligte Substanzen
Zu den psychoaktiven Substanzen, die häufig in Fällen von Drink Spiking eingesetzt werden, gehören:
Benzodiazepine: angstlösende und schlaffördernde Medikamente wie Rohypnol, Xanax oder Valium, die Sedierung, Verwirrtheit und vorübergehende Amnesie verursachen können.
GHB (Gamma-Hydroxybutyrat): oft als „K.-o.-Tropfen“ bezeichnet; wirkt schnell und kann Bewusstlosigkeit, Amnesie und eine Verringerung von Hemmungen auslösen.
Antihistaminika und andere Sedativa: In hohen Dosen können diese Medikamente starke Schläfrigkeit, Schwindel und Kontrollverlust verursachen.
Risikoumgebungen und Profile der Betroffenen
Übergriffe durch Drink Spiking ereignen sich überwiegend in Freizeit- und Nachtleben-Kontexten: Partys, Festivals und Clubs. Häufig betroffen sind junge Erwachsene, überwiegend Frauen. Das Phänomen kann jedoch Menschen unabhängig von Alter oder Geschlecht treffen.
Präventionsmaßnahmen und Empfehlungen der ANSM
Angesichts dieser alarmierenden Situation hat die ANSM für 2025 neue Maßnahmen angekündigt, um das Risiko des Missbrauchs von Medikamenten zu verringern:
Verstärkte Überwachung: intensivere Beobachtung von Verschreibungen und der Abgabe von Substanzen mit Missbrauchspotenzial.
Sensibilisierung von Gesundheitsfachkräften: Schulung und Information über Risiken von Drink Spiking und zu erkennende klinische Anzeichen.
Information der Öffentlichkeit: Präventionskampagnen zu Gefahren und Schutzmaßnahmen, etwa das eigene Getränk im Blick zu behalten und Schutzprodukte wie Anti-K.-o.-Tropfen-Scrunchies oder Getränkeschutz-Abdeckungen zu verwenden.
Fazit
Aktuelle Statistiken zeigen einen besorgniserregenden Anstieg der Fälle von Drink Spiking in Frankreich. Es ist wichtig, die Aufmerksamkeit auf individueller wie kollektiver Ebene zu erhöhen und Präventionsinitiativen zu unterstützen. Die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsbehörden, Fachkräften und Bürgerinnen und Bürgern ist entscheidend, um diesem Phänomen entgegenzuwirken und die Sicherheit im Nachtleben zu verbessern.


